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Diese Website soll dazu dienen, Betroffene von familienpsychologischen Gutachten zu vernetzen.

Wir sind keine Gutachter und keine "Freunde von Gutachten" (nachdem wir das per Email gefragt worden sind).

 

Wir sind auch keine Fachleute, sondern lediglich Betroffene von familiengerichtlichen Verfahren und Gutachten. Wir bieten keine Rechtsberatung und keine Einzelfallhilfe an, sondern  ausschließlich eine Plattform zur Vernetzung. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen über Freundeskreis, wo Betroffene direkt über ihren Gutachter vernetzt werden können (Bitte Hinweise beachten!) und zum anderen über unser Forum, in dem über alle möglichen Aspekte im Zusammenhang mit familienpsychologischen Gutachten diskutiert werden kann.

 

Wir möchten an dieser Stelle Herrn Ziese danken, der uns seine Datenbank einer großen ehemaligen Betroffenenseite anvertraut hat.

 

Das Thema "Familienpsychologische Gutachten" ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Nicht nur die Medien berichten (siehe unsere Linkliste), auch die Bundesregierung widmet sich dem Thema im aktuellen Koalitionsvertrag.

 

 

WDR: Kindstod in Viersen: Zusatzqualifikation für Gutachter?

 

Psychologen fordern eine Zusatzqualifikation für Gutachter, die entscheiden, ob ein Kind in seiner Familie bleiben kann. Anlass ist der Tod des fünfjährigen Luca aus Viersen-Dülken.


Dem Jugendamt war die Situation in der Familie bekannt. Ein Gutachten des Landgerichts Mönchengladbach sah aber keine Gefährdung für den Jungen. Der mit dem Gutachten beauftragte Psychologe war zu dem Ergebnis gekommen, dass der fünfjährige Luca in seiner Familie nicht akut gefährdet sei. Ein Trugschluss, denn der kleine Junge starb vergangenen Sonntag (23.10.2016). Die Polizei verdächtigt den Lebensgefährten der Mutter, den Jungen mißhandelt zu haben.


Ob der Gutachter einen fachlichen Fehler gemacht hat, ist unklar. Der Berufsverband der Psychologen fordert jetzt, dass Gutachter der Familiengerichte in Zukunft eine Zusatzqualifikation haben müssen, zum Beispiel in der Rechtspsychologie. Das könne helfen, unzutreffende Gutachten zu vermeiden.

 

http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/psychologen-fordern-zusatzqualifikation-100.html
Stand: 28.10.2016, 11:41

23.09.16 | Reform des Sachverständigenrechts

 

Beschluss des Bundesrates

 

Gesetz zur Änderung des Sachverständigenrechts und zur weiteren Änderung des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie zur Änderung des Sozialgerichtsgesetzes, der Verwaltungsgerichtsordnung, der Finanzgerichtsordnung und des Gerichtskostengesetzes 

 

 

Neue Mindestanforderungen an Gutachter

Künftig sollen nur noch besonders qualifizierte Sachverständige familiengerichtliche Gutachten erstellen dürfen. Der Bundesrat billigte am 23. September 2016 ein entsprechendes Gesetz, das der Bundestag im Juli verabschiedet hatte.

Neue Mindestanforderung für die Sachverständigen: sie müssen eine psychologische, psychotherapeutische, psychiatrische oder ärztliche Berufsqualifikation haben. Pädagogen oder Sozialpädagogen können nur dann berufen werden, wenn sie über eine diagnostische oder analytische Zusatzqualifikation verfügen. Bisher gibt es keine förmlichen Anforderungen an die Ausbildung der Gutachter. 

Jährlich werden in Deutschland rund 270.000 familiengerichtliche Gutachten verfasst. Dabei geht es in der Regel darum, welche Maßnahmen etwa bei Sorgerechtsentzug, Umgangsregelung für das Wohl des Kindes oder zur Abwehr einer Kindeswohlgefährdung erforderlich sind.

 

Verfahrensbeschleunigung

Zusätzlich enthält das Gesetz einen neuen Rechtsbehelf, mit dem Beteiligte in kindschaftsrechtlichen Verfahren gegen unbegründete Verfahrensverzögerungen vorgehen können.

 

Baldiges Inkrafttreten möglich

Das Gesetz wird nun über die Bundesregierung dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt. Es soll am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten.

 

Stand: 23.09.2016

Achtung, wichtige Info zur Kostenübernahme bei Privatexpertisen zu den Gutachten

 

Für alle Eltern die Prozesskostenbeihilfe bekommen, gibt es die Möglichkeit die Kosten für eine Privatexpertise darüber abzurechnen. Der Rechtsanwalt muss einen Antrag zur Übernahme der Kosten stellen nach §47 RVG und sich dabei auf ein Urteil des OLG Hamm beziehen mit der Kennziffer 1-25W94/13

http://www.brak.de/fuer-anwaelte/rechtsprechung/olg-hamm-pkh-vorschuss-fuer-privatgutachten/

 

OLG Hamm · Beschluss vom 14. Mai 2013 · Az. 25 W 94/13

 

Zu der Vergütung eines PKH-Anwalts im Sinne des § 47 Abs. 1 RVG zählen auch Auslagen, soweit sie zur sachgemäßen Durchführung seines Auftrags erforderlich sind, z.B. die Kosten für die Einholung eines für die sachgerechte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung seiner Partei erforderlichen Privatgutachtens. Dem beigeordneten Rechtsanwalt ist für derartige Auslagen aus der Staatskasse ein angemessener Vorschuss gem. § 47 Abs. 1 Satz 1 RVG zu gewähren.

 

Der angefochtene Beschluss wird abgeändert und der Kostenbeamte des Landgerichts Dortmund angewiesen, dem Prozessbevollmächtigten des Klägers einen Vorschuss von 10.000 € auszuzahlen.

 

https://openjur.de/u/634632.html

 

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Fotos: Jenni C Flickr Commons