Nach der Erstellung eines familienpsychologischen Gutachtens

Maßnahmen nach einem schlechten Gutachten

 

Ist ein schlechtes Gutachten erst einmal in der Welt, ist dieses schwer zu entkräften. Aber es ist auch nicht aussichtslos.

Das betroffene Elternteil muss sich zunächst intensiv mit der Stellungnahme des Sachverständigen auseinandersetzen, was zugegeben nicht immer leicht fällt. Widersprüche und Ungereimtheiten sollten dabei herausgearbeitet werden.

Wir haben teilweise gute Erfahrungen mit Privatexpertisen von Dr. Leitner gemacht. Er überprüft Gutachten (auf Aktenlage ohne die betroffenen Eltern persönlich kennen zu lernen) auf deren Wissenschaftlichkeit und wertet die Testverfahren noch einmal aus.

Eine Privatexpertise ist sehr teuer (um die 2.000€), aber in manchen Fällen ist es die einzige Chance dem schlechten Gutachten etwas entgegenzusetzen. Mündliche Einschätzungen zum Gutachten gibt Praxis Dr. Leitner telefonisch auch kostenlos.

 

Für alle Eltern die Prozesskostenbeihilfe bekommen, gibt es die Möglichkeit die Kosten für eine Privatexpertise darüber abzurechnen. Der Rechtsanwalt muss einen Antrag zur Übernahme der Kosten stellen nach §47 RVG und sich dabei auf ein Urteil des OLG Hamm beziehen mit der Kennziffer 1-25W94/13

http://www.brak.de/fuer-anwaelte/rechtsprechung/olg-hamm-pkh-vorschuss-fuer-privatgutachten/

 

Nicht immer beachten Familiengerichte solche Expertisen, obwohl sie laut BGH (18. Mai 2009, IV ZR 57 / 08) dazu verpflichtet wären. Manchmal können die Dokumente auch erst in der nächsten Instanz zum Erfolg führen oder wecken Zweifel am Gutachten bei anderen Verfahrensbeteiligten (Jugendamt, Verfahrensbeistand).

Das Gleiche gilt übrigens für abweichende Befunde vom eigenen Psychotherapeuten. 

Leseprobe aus einer Expertise des Dr. Leitner

 

ZUM GUTACHTENAUFTRAG

So hätte die beauftrage SV – wenn sie nicht über eine Approbation verfügt – einen solchen Auftrag ablehnen müssen. Hierzu bedarf es diagnostischer Kompetenzen, die an eine Approbation gebunden sind. Nur dann ist eine SV befugt psychopathologische Beeinträchtigungen oder Erkrankungen festzustellen, auszuschließen oder ihren Schweregrad zu beurteilen. Hierzu bedarf es der

Qualifikation einer approbierten SV. Eine Heilpraktikerbefugnis reicht für die Erstellung einer solchen Expertise ebenso wenig aus wie eine Kassenzulassung.

(…)

 

EXPLORATION, VERHALTENSBEOBACHTUNG UND AKTENANALYSE

Da die SV keine näheren Angaben zu ihrer Vorgehensweise macht, muss man davon ausgehen, dass diese Explorationen und damit zusammenhängende Beobachtungen nicht auf einer wissenschaftlich evaluierten Methodik im Sinne einer systematischen Verhaltensbeobachtung beruhen.

 

(…) Daraus hergeleitete Aussagen und Interpretationen genügen somit wissenschaftlichen Anforderungen zur Methodentransparenz nicht in hinreichendem Maße. Als ebenso defizitär wie die nicht hinreichend erkennbare Systematik ist anzusehen, dass es von der SV wohl unterlassen wurde, die zu einer wissenschaftlichen Analyse gehörende Prüfung der dargestellten Vorgänge und Zusammenhänge auf logische Konsistenz vorzunehmen.

 

Ganz offensichtlich versäumte sie es auch auf Widersprüche hinzuweisen und Stellung dazu zu beziehen. Der Anspruch der Deutschen Psychologenvereinigungen bzw. ihrer Richtlinien im Hinblick auf eine „wissenschaftliche Leistung, die darin besteht, aufgrund wissenschaftlich anerkannter Methoden und Kriterien nach feststehenden Regeln der Gewinnung und Interpretation von Daten zur konkreten

Fragestellung Aussagen zu machen“ (a.a.O.) kann das Gutachten so auch auf dieser Ebene nicht hinreichend oder gar umfassend erfüllen.

(…)

 

FACHLITERATUR

Da dem Gutachten unverständlicherweise kein Literaturverzeichnis beigefügt ist, kann man auch im weiteren Verlauf die Erfüllung wissenschaftlicher Standards wie die transparente Einarbeitung entsprechender Quellen nicht mehr erwarten.

So wurde es von der SV also auch vollkommen versäumt, entsprechende Quellen im Text zu erwähnen und bei den Schlussfolgerungen darauf adäquat Bezug zu nehmen.

Anstelle fundierte, tatsächlich aussagefähige Untersuchungen zu diesem Problem (Anm.: er meint hier PAS) durchzuführen, glaubt die SV konstatieren zu können, dass „eine direkte Beeinflussung gegen den jeweils anderen Elternteil… während der Untersuchung weder vom Vater noch von der Mutter festzustellen“ war.

 

Aufgrund einer suboptimalen bzw. unzureichenden diagnostischen Methodik sind die

Schlussfolgerungen der SV lediglich als Hypothesen anzusehen, deren objektive Nachvollziehbarkeit und wissenschaftliche Haltbarkeit nicht gegeben sind.

(…)

 

FAZIT

Letztendlich ist es der SV (…) nicht gelungen, eine wissenschaftlich fundierte Expertise vorzulegen, die als solide Basis für die Beantwortung der gerichtlichen Fragestellung dienen kann. Dem Anspruch einer hinreichend wissenschaftlich fundierten Entscheidungshilfe im Sinne der einschlägigen Richtlinien wird sie keineswegs gerecht.

 

Gutachtenüberprüfung Dr. Leitner

Die IHK Karlsruhe schreibt in einem Artikel zu den abweichenden Gutachten:

Parteigutachten im Gerichtsverfahren muss bei der Beweiswürdigung berücksichtigt werden

Im deutschen Zivil-Prozessrecht gibt es fünf Beweismittel:

  • Augenschein (§§ 371 ff. ZPO)
  • Zeugen (§§ 373 ff. ZPO)
  • Sachverständige (§§ 402 ff. ZPO)
  • Urkunden (§§ 415 ff. ZPO)
  • Parteivernehmung (§§ 445 ff. ZPO).

 

Bei den in das Verfahren eingebrachten Beweismitteln hat das Gericht nach § 286 der Zivilprozessordnung – ZPO – unter Berücksichtigung des gesamten Inhalts der Verhandlung und des Ergebnisses der Beweisaufnahme nach freier Überzeugung zu entscheiden, ob eine tatsächliche Behauptung für wahr oder nicht für wahr zu erachten ist.

Das bedeutet auch, dass das Gericht nicht einfach dem gerichtlichen Sachverständigen folgen darf, wenn ein widersprechendes Privatgutachten als Beweismittel vorgelegt wird. Zwar sind gerichtliche Sachverständige aufgrund ihrer öffentlichen Bestellung und Vereidigung als besonders sachkundig und unabhängig zu betrachten – das heißt aber nicht, dass ihren Aussagen unreflektiert, also geradezu blind, gefolgt werden darf, auch wenn das Gutachten nachvollziehbar ist. Alle vorliegenden Beweise müssen gewürdigt werden, auch nachvollziehbare Privatgutachten (die ja ebenfalls von einem öffentlich bestellten Sachverständigen stammen können). Das gerichtliche Sachverständigengutachten hat also nicht automatisch einen höheren Beweiswert, der ein Privatgutachten immer obsolet macht.

So hat es auch der BGH am 18. Mai 2009 (IV ZR 57 / 08) entschieden. Hier hatte der Kläger ein Privatgutachten vorgelegt, das dem Gerichtsgutachten in einigen Punkten widersprach. Der Gerichtssachverständige erwähnte dieses Gutachten zwar in seinen Ausführungen, setzte sich aber inhaltlich nicht weiter mit den Ausführungen des Privatgutachters auseinander. Das Gericht folgte dann dem Gerichtsgutachter, ohne sich mit den Einwendungen und Ausführungen des Privatgutachtens auseinander zu setzen. So geht es nicht, entschied der BGH und verwies die Sache zur erneuten Beratung und Entscheidung an das vorhergehende Gericht zurück. Der BGH führte aus, dass bei zwei sich widersprechenden Gutachten nicht ohne nachvollziehbare Begründung dem Gerichtsgutachten gefolgt werden dürfe. Vielmehr sei - zum Beispiel durch eine mündliche Vernehmung des Gerichtssachverständigen – die Sachlage weiter aufzuklären, indem man den Gerichtssachverständigen mit den anders lautenden Argumenten des Parteigutachtens konfrontiere.

Die Missachtung dieser Beweisgrundsätze stelle eine Verletzung des Rechts der Partei auf rechtliches Gehör dar.

Zusammenfassung:

Legt eine Partei ein privat eingeholtes Gutachten vor, das im Gegensatz zu den Erkenntnissen des gerichtlich bestellten Sachverständigen steht, so ist vom Tatrichter besondere Sorgfalt gefordert.

Er darf in diesem Fall - wie auch im Fall sich widersprechender Gutachten zweier gerichtlich bestellter Sachverständiger - den Streit der Sachverständigen nicht dadurch entscheiden, dass er ohne einleuchtende und logisch nachvollziehbare Begründung einem von ihnen den Vorzug gibt.

(Quelle: Industrie- und Handelskammer Karlsruhe)

 

IHK Karlsruhe - Parteigutachten

Rolf Ziese (ehemalige Internetseite gwg-gutachten.de):

 

 

Was ist nach der Erstellung des psychologischen Gutachtens zu beachten?

Auch nach dem Ende der aktiven Begutachtung ist es noch nicht zu spät, um wichtige Einwände und Kritik geltend zu machen. Gehen Sie die folgende Checkliste Punkt für Punkt durch. Ein seriöser Gutachter wird auch nach der Erstellung des Gutachtens für Sie da sein und Ihre Fragen beantworten. Hier zeigt es sich besonders deutlich, ob der Gutachter seiner Verantwortung gerecht wird, oder nur finanzielle Interessen verfolgt. Die folgenden Kriterien sind Mindestanforderungen, die an wissenschaftliche Begutachtung gestellt werden müssen.

 

1. Wurde das Gutachten von der vom Gericht beauftragten Person durchgeführt?
Nach §407a Abs.2 ZPO darf der Sachverständige den ihm erteilten Auftrag nicht ganz oder teilweise auf eine andere Person übertragen. Beauftragt das Gericht eine Klinik oder ein Institut, so ist es der Leitung der Klinik oder des Instituts überlassen, welcher Mitarbeiter das Gutachten erstellt.

 

2. Ist die Fragestellung des Gerichts dargestellt und auch beantwortet worden?
Die Fragestellung des Gerichts muss im Gutachten im Wortlaut vorhanden sein. In vielen Gutachten werden wichtige Fragen des Gerichts oft nicht beantwortet und dies wird merkwürdigerweise von den Gerichten nicht bemängelt. Überprüfen Sie deshalb genau, ob Sie für jede Frage des Gerichts auch die entsprechende Antwort im Gutachten finden.

 

3. Sind Untersuchungsplan und -ablauf detailliert dargestellt?
Der zeitliche Ablauf der Untersuchung muss detailliert dargestellt werden. Alle Telefongespräche und Termine, Besuche und Explorationsgespräche müssen unter Angabe der Termine und der beteiligten Personen aufgeführt werden. Sie sollten besonders misstrauisch werden, wenn der Gutachter auf Nachfragen plötzlich weitere Termine oder Telefongespräche nennt, die er vergessen hat oder die ihm nicht so wichtig erschienen.

 

4. Sind im Gutachten Ergebnisse und Befunde dargestellt?
Alle Ergebnisse und Befunde müssen im Gutachten detailliert und für psychologische Laien nachvollziehbar und verständlich dargestellt sein. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie im Gutachten ähnliche Formulierungen finden wie: "Es werden nur die Daten in den Befund aufgenommen, die für die Beantwortung der Fragestellung von der Berichterstatterin als relevant angesehen werden". Achten Sie besonders darauf, ob der Gutachter in seinem Gutachten Leerformeln wie z.B. soziales Gefüge, unterstützende Faktoren, Betreuungssituation, pathogene Bindung oder Belastungen verwendet. Die Ergebnisse und Befunde sollten klar, kurz und übersichtlich dargestellt werden und nicht in eine seitenweise Schwafelei ausarten.

 

5. Gibt es Empfehlungen oder Vorschläge
Wenn das Gericht in der Fragestellung nach Empfehlungen oder Vorschlägen fragt, dann sollte das Gutachten diese auch enthalten. Die Empfehlung des Gutachters, einen Elternteil vom Umgang gänzlich auszuschließen, sollte nur selten und in wirklich begründeten Fällen ausgesprochen werden. Sich dabei ausschließlich auf den Kindeswillen zu berufen, zeugt von völliger Inkompetenz des Gutachters.

 

6. Existiert ein Literaturverzeichnis?
Viele Gutachter sind nicht in der Lage Literaturverweise anzugeben. Zum einen haben sie ggf. keinen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft und können deshalb keine Literatur angeben. Zum anderen könnte gerade die Angabe von Literatur entlarven, dass es sich bei dem Gutachten nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Bezüglich der in den Gutachten verwendeten "Tests" könnte die Angabe entsprechender Literatur den Gutachter sogar in echte Bedrängnis bringen. Das bewusste und vorsätzliche "Weglassen" von Literaturangaben soll dazu beitragen, dass die Betroffenen nur mit großem Aufwand wichtige Informationen aus der Fachliteratur erhalten. Lassen Sie sich deshalb von Ihrem Gutachter nachträglich ein Literaturverzeichnis geben, das auch Angaben auf die in dem Gutachten verwendeten Tests enthält.

 

7. Verwendete Testverfahren
Kann der Gutachter Aussagen über die Gütekriterien der verwendeten Tests machen und entsprechende Literatur angeben? Sind die Tests im Gutachten erklärt und entsprechen sie dem aktuellen Stand der Wissenschaft? Kann der Gutachter Gründe nennen, warum er aus einer Vielzahl von möglichen Tests gerade diese verwendet hat? Ist die Auswahl der Tests an der Fragestellung des Gerichts ausgerichtet und können die Tests brauchbare Antworten geben?
Viele Gutachter wenden seit Jahren immer wieder bestimmte Tests an, obwohl sie wissen, dass die Ergebnisse völliger Unsinn sind. Oft haben Sie sich bisher noch nicht einmal Gedanken darüber gemacht. Wenn sich Ihr Gutachter bei seiner Empfehlung überwiegend auf die Testergebnisse beruft, dann sollte er jede der oben genannten Fragen kompetent beantworten können. Kann er dies nicht, dann sollte er sein Gutachten widerrufen.

8. Ist das Gutachten vom Gutachter unterschrieben?
Da die meisten Gutachter schreiben können, ist es eher selten, dass ein Gutachten nicht unterschrieben wurde. Aus rechtlichen Gründen (Haftung etc.) sollten Sie es trotzdem überprüfen.

 

9. Sind alle Aussagen im Gutachten nachvollziehbar?
Das Gutachten muss auch für psychologische Laien nachvollziehbar sein. Wenn Sie eine Aussage im Gutachten nicht verstehen, dann fragen Sie nach. Seriöse Gutachter werden Ihnen selbstverständlich eine zusätzliche Erklärung geben.

 

10. Sind alle Aussagen im Gutachten nachprüfbar?
Hier könnte z.B. der Verweis auf entsprechende Fachliteratur helfen. Grundsätzlich muss jede wissenschaftliche Aussage nachprüfbar sein und sollte entsprechend belegt werden. Kann der Gutachter dies nicht, dann muss er seine Aussage widerrufen! Auch hier gilt: Seriöse Gutachter werden einen Irrtum eingestehen und die Aussage widerrufen. Auch Gutachter sind nur Menschen und können sich irren.

 

11. Werden Fachausdrücke allgemeinverständlich erklärt?
Sie sollten besonders aufmerksam sein, wenn Ihr Gutachten eine Vielzahl von nicht verständlichen Fachausdrücken enthält, die auch nicht weiter erklärt werden. Psychologische Gutachten sind nicht für Psychologen geschrieben, sondern für psychologische Laien. Notieren Sie sich einige Fachbegriffe und lassen Sie sich diese einmal im Rahmen einer Gerichtsverhandlung von dem anwesenden Gutachter erklären. Wenn Sie vorher die entsprechende Fachliteratur studiert haben, dann könnte die Erklärung des Gutachters zu einer äußerst peinlichen Situation werden.

 

12. Ist bei jeder Information deutlich, woher sie stammt?
Kann der Gutachter nicht angeben, woher er eine bestimmte Information hat, dann sollte diese auch aus dem Gutachten gestrichen werden. Schlussfolgerungen, die auf dieser Information beruhen, haben ebenfalls nichts in dem Gutachten zu suchen.

 

13. Ist die methodische Grundregel der Ergebnisoffenheit gewahrt?
Bei vielen Gutachten können Sie schon nach der Lektüre der ersten Seiten erahnen, welches Ergebnis dieses Gutachten bringen wird. Finden Sie Beispiele für parteilich-einseitige Interpretationen oder werden wichtige Aussagen vernachlässigt, dann stellen Sie einen Antrag auf Befangenheit des Gutachters und lassen Sie eine fachpsychologische Stellungnahme zu dem vorliegenden Gutachten anfertigen.

 

14. Sind die Seiten des Gutachtens überwiegend leer?
Machen Sie sich einmal die Arbeit und berechnen Sie die durchschnittliche nicht beschriebene Fläche pro Seite. Sie werden erstaunt sein. Bei vielen Gutachten sind bis zu 65% jeder Seite leer! Dies wird durch doppelten Zeilenabstand, extrem große Ränder und besonders großer Schrift erreicht. Das Ergebnis sind viele Seiten, für die dann in der Rechnung eine entsprechende Schreibgebühr pro Seite berechnet werden kann. Auf diese Weise macht das Gutachten einen umfangreichen Eindruck und vermittelt dem Richter, dass für die Erstellung viel Arbeit notwendig war. Wir haben eine Vielzahl von Gutachten eingesannt und neu formatiert. Da schrumpft ein Gutachten dann von über 80 Seiten auf ein übersichtliches und gut lesbares Werk von 25 Seiten.

 

15. Lassen Sie sich eine Kopie der Rechnung des Gutachters geben!
Überprüfen Sie die Rechnung genau und lassen Sie sich im Zweifelsfall jeden einzelnen Posten genau erklären. Fordern Sie bei überhöhten Reise-, Telefon- und Portokosten Belege an.

 

Stimmt die Rechnungssumme?

Wurde das "Studium der Akten" berechnet und sind Ergebnisse dieses Studiums im Gutachten erkennbar?

Wurden Posten wie "Wartezeiten" oder "Terminvorbereitung" berechnet und sind diese begründet?

Wurde Umsatzsteuer berechnet? In diesem Fall ist es zulässig, dass auf alle Posten der Rechnung Umsatzsteuer erhoben wird, da die Nebenleistungen das umsatzsteuerliche Schicksal der Hauptleistung teilen. Der Gutachter muss allerdings unternehmerisch tätig sein und die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Welche zusätzlichen Aufwendungen wurden in Rechnung gestellt?

Wurden überhöhte Schreibgebühren für überwiegend leere Seiten berechnet?

Hat sich der Gutachter eine 50%ige Erhöhung gemäß §3 Abs. 3b ZSEG (Gesetz über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen) genehmigt und ist dies rechtmäßig?

Wurde die Rechnung für das Gutachten von dem beauftragten Gutachter gestellt? Lassen Sie sich nicht durch einen klangvollen Namen eines "Instituts" oder einer "Gesellschaft" blenden! Wenn der Gutachter vom Gericht persönlich beauftragt ist, dann muss er auch persönlich die Rechnung stellen. Überprüfen Sie, ob das Geld auf das Konto des Gutachters überwiesen wurde. Ist dies nicht der Fall, dann stellen Sie beim Gericht einen Antrag, das Geld zurückzufordern. Lassen Sie überprüfen, ob unberechtigte Dritte eine Provision für das Gutachten erhalten haben. In diesem Fall ist die (meist überhöhte) Rechnung des Gutachters um den Betrag zu kürzen.

(Quelle: Rolf Ziese / gwg-gutachten.de)

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Fotos: Jenni C Flickr Commons